Nach den Randalen beim Pokalspiel Borussia Dortmund und Dynamo Dresden ist das Problem der Hooligans wieder stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt. Dabei macht die pauschale Verurteilung aller „harten“ Fans jedoch, anders als bisher üblich, langsam einer differenzierteren Sichtweise Platz. So diskutierten im Aktuellen Sportstudio des ZDF Liga-Präsident Reinhard Rauball und Fanvertreter über die Unterschiede zwischen Ultras und Hooligans sowie über den Umgang mit Pyrotechnik in den Stadien.
Im Zuge der Diskussion werden auch Vorurteile gegen die „Ultras“ widerlegt, die Michael Gabriel von der Koordinierungsstelle Fankultur als „die am stärksten wachsende Jugendkultur in Deutschland“ bezeichnet. Und nicht ganz zu Unrecht bemängeln Vertreter de Ultras, dass die Polizei mit ihrem massiven Auftreten die aggressive Stimmung aufheizen.
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Am vergangenen Wochenende fand nun ein von den Fans selbst organisierter und finanzierter Kongress mit 550 Teilnehmern aus über 60 Vereinen in Berlin statt. Themen waren u.a. „Der Fußball zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und Privatrecht – Stadionverbote: Präventivmaßnahme oder Ersatzstrafrecht?“, „Rechtsfreier Raum’ Stadion? Wie steht es um den Datenschutz? Was können wir Fans tun?“ und „Wie schaut der Fußball in der Zukunft aus und welche Rolle spielen die Fans dabei? Welche Möglichkeiten der Mitsprache haben Fans in ihrem Verein?“. Wer sich über die Ergebnisse der Diksussion informieren will, findet diese im Abschlussdokument des Fankongresses.
Unbedingt lesenswert ist auch das Interview, das die Süddeutsche Zeitung mit Philipp Markhardt, Fan aus dem Umfeld der Ultras des Hamburger SV und Sprecher der Vereinigung “Pro Fans” führte. Deutlich herauszuhören ist der Unwille der Fans, sich zu reinen Entrichtern des Eintrittsgeldes und Stadionkulisse degradieren zu lassen. Insbesondere die Ultras wollen in ihrem Stadion ein Wort mitreden. Verständlich, schließlich kann das „Geschäft“ Fußball auch nur dann funktionieren, wenn diejenigen, die es bezahlen, zufrieden sind.
Derweil macht die Universität Würzburg auf sich aufmerksam, die am Lehrstuhl Sportwissenschaften ein „Institut für Fankultur“ gegründet hat. Professor Harald Lange will hier künftig den Fan in all seinen Facetten erforschen, jenseits gängiger Klischees. Denn wie alle Jugendszene werden auch die Fußballfans gern anhand weniger Negativbeispiele stigmatisiert. Lange und seine Kollegen wollen anhand seiner Forschung aber auch Hinweise liefern, wie sich Gewalt und Ausschreitungen künftig besser verneiden lassen.
Nicht nur Fußball: Auch Rechte sammeln sich in der Hooligan-Szene http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1006136/