Thematisch passt das Ganze hier zwar nur bedingt rein, aber ich möchte mich hier doch an der Umfrage auf Spontis Blog beteiligen. Here we go:
· Was bedeutet Musik für Dich? Wie wichtig ist sie Dir?
Musik ist wesentlicher Bestandteil meines Lebens, sie läuft von früh am morgen bis zum Abend. Mittlerweile kann ich aber auch sehr gut mal die Stille genießen.
· Welche Richtungen »schwarzer Musik« hörst du? Nenne ein Beispiel, das für Dich deine Bedeutung des Genre am besten wiedergibt.
Ich höre viel Industrial, Ambient und Noise. Daneben mag ich auch einfach gute Popmusik im weiteren Sinne, wobei ich da weniger Fröhliches höre, sondern melancholische Musik wie Portishead, Soap & Skin, The Swans oder Coco Rosie vorziehe. Als Kind der 80er höre ich auch gern mal die Musik dieser Zeit von Cindy Lauper über Billy Idol bis hin zu Falco. Aus der aktuellen Szene finde ich am ehesten noch Diary Of Dreams in Ordnung. Aber es gibt ja auch noch Bands/Künstler wie Faith And The Muse, Current 93 oder Gitane Demone.
Eines meiner absoluten Lieblingsstücke ist das leider bei Szene-Diskos etwas “runtergeleierte” “Atmosphere” von Joy Division. Das Lied bewegt mich immer, wenn ich es höre. Je nach Stimmung könnte ich losheulen oder voller Inbrunst mitsingen… Diese Ambivalenz und echte Ansprache von Gefühlen macht für mich den Reiz des Genres aus.
· Wie würdest deine musikalische Laufbahn beschreiben? Über welche Richtung der Musik bist Du in die Szene gekommen, welche hast hinzugewonnen, welchen hast du abgeschworen und was hörst du heute?
Schwer zu sagen. Das meiste lässt sich an bestimmten Bands festmachen. Hier nur ein paar Stationen, 80ies Pop, Depeche Mode, Cure-Anne Clark-Sisters Of Mercy, Indiezeugs wie U2 oder Phillip Boa, Die Art, viel Metal, Dead Can Dance-Death In June-Current 93, Death Rock, Throbbing Gristle… immer extremer und abseitiger. Heute höre ich wie gesagt hauptsächlich experimentelle elektronische Musik etc (s. 2)
Abgeschworen habe ich eigentlich keiner Musik. Es gibt nichts. wofür ich mich schämen müsste
· Wie und wo hörst du Musik am liebsten?
Am liebsten daheim vor der Anlage. Schön laut. Auch sehr praktisch: Beim Saubermachen!
· Welche Musik hörst du außerhalb der typischen dunklen Musik noch?
Ich höre im Prinzip alles, was mich irgendwie anspricht. Das kann Rainer von Vielen (Texte!) sein, Cannibal Corpse oder Singer-Songwriter-Zeugs wie Tiny Vipers. Ich mag auch Krautrock (z.B. Can), Disko-Sachen (Amanda Lear
) oder Indierock.
· Mal angenommen, Du könntest ein Instrument spielen, hättest eine tolle Stimme und würdest zusammen mit Freunden eine Band gründen. Welche Rolle in der Band wäre Deine?
Bassist und Songschreiber, gelegentlich Sänger.
· Nenne 5 deiner Alben die für Dich unverzichtbar mit Szene verbunden sind.
Eigentlich unmöglich zu beantworten aber wenn es denn unbedingt sein muss: Joy Division – Closer, Anne Clark – Hopeless Cases, Christian Death – Only Theatre Of Pain, Sisters Of Mercy – First and Last and Always, The Cure – Pornography. Um mal nur die absoluten Klassiker zu nennen. In neuerer Zeit fällt mir eigentlich keine Band ein, von der ich so ohne Weiteres ein ganzes Album empfehlen würde. Außer vielleicht Haus Arafna / November Növelet.
· Welche musikalischen Eigenschaften hat für dich das ideale Lied?
Da gibt es kein „Kochrezept“. Es muss mich einfach berühren. Das kann durch eine bestimmte Melodie oder den Gesang sein. Letztendlich habe ich ja auch nicht nur eine Stimmung – mal passt dies, mal jenes. Also keine Antwort, um genau zu sein.
· Welche Band oder welchen Musiker/in würdest Du gern mal interviewen und auf welchen Frage musst Du dabei unbedingt eine Antwort haben?
Auch wieder sehr schwere Frage. Ich habe z.B. schon Interviews mit Anne Clark, The Mission oder Haus Arafna gemacht. (Letztere würde ich fragen, wann sie endlich mal live spielen). Ein Interview mit Genesis P.Orridge wäre sicher sehr interessant. Fragen würde ich ihn dann auf jeden Fall, was sich durch seine OP für ihn verändert hat. Na und Graeme Revell (SPK) würde mich auch noch interessieren. Den würde ich fragen, was er mit seinem vielen Geld macht, dass er in Hollywood verdient
· Wer oder was repräsentiert für die Dich die Zukunft der »schwarzen« Musik?
Ich fände es schön, wenn die melancholische Seite wieder etwas mehr betont wird aber ohne diesen fürchterlichen Pathos. Und ich würde mich freuen, wenn die Gothics mal wieder richtige Musik hören würden, statt albernes Techno-Gestampfe mit hirnverbrannten Texten. Mein Favorit sind da die melodisch-melancholichen Sachen: Matt Howden / Sieben ist zum Beispiel großartig, In Gowan Ring komplett unterbewertet oder besagte Soap & Skin, die sicher noch eine große Zukunft vor sich haben. Ja und momentan läuft bei mir die aktuelle Platte von The Swans “My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky” hoch und runter…
Schön, dass Du mitgemacht hast. Auch wenn manche Fragen schwierig sind – aber es hat niemand gesagt, dass es einfach wird und Du hast sie ja auch alle beantwortet
.
Eines wollte ich kurz anmerken: mit einer Musikrichtung abschwören ist nicht unbedingt gemeint, dass man sich dafür schämt im Nachhinein. Kann ja auch sein, dass man seinen Musikgeschmack geändert hat durch neu hinzugewonnene Einflüsse und daher die früheren Sachen nicht mehr so an einen gehen. So ist das bei mir z.B.
November Növelet finde ich auch ganz toll. Ein spannendes Projekt der “Neuzeit”.
Sicher höre ich nicht mehr all das, was ich früher gehört habe. Aber es gibt mal abgesehen vom Synthie Pop, wo für mich nach Depeche Mode, Yazoo, frühen Pet Shop Boys & Co. absolut nichts Interessantes mehr gekommen ist, eigentlich keine Musikrichtung, die ich völlig ad acta gelegt hätte. Insofern habe ich auch nichts “abgeschworen”
Was mich anfangs an der Schwarzen Szene immer gereizt hat, war die musikalische Offenheit. Reggae zum Beispiel finde ich todlangweilig, weil das immer wieder nur dasselbe ist und auch Techno ist nicht wirklich spannend…